Interviewtechnik

Der erste Job nach dem Studium

Studium fertig – was nun? Diese Frage stellen sich viele Absolventen. Master-Studium, Trainee-Programm, Praktikum, Direkteinstieg, eigene Firmengründung? Die Auswahl ist riesig. Grundsätzlich ist nach dem Studium vor der Karriere. Meine gemachten Erfahrungen auf dem Weg zum meinem ersten Job nach dem Studium führe ich hier aus.

Bau dir ein Netzwerk
Bereits während der Studienzeit ist es wichtig, sich zu vernetzen. Einerseits mit Studienkollegen, andererseits mit Vertretern aus der Wirtschaft. Immer wieder gibt es für Letzteres die Gelegenheit, sei es durch Projektarbeiten, Gastreferate oder Podiumsdiskussionen. Aus all diesen Verbindungen können sich Chancen ergeben, durch „Vitamin B“ oder über eine Empfehlung an eine Stelle zu gelangen.

Berufsbegleitend/Teilzeit studieren
Wenn es die Situation erlaubt, würde ich jedem empfehlen, diesen Weg zu gehen. Dabei ist wichtig, dass die Arbeitsstelle mit dem Studium verknüpft ist und so die Theorie der Universität/Hochschule mit Unternehmenspraxis verknüpft werden kann. Dieser Weg dauert zwar mind. ein Jahr länger als ein Vollzeit-Studium, aber dadurch hat man am Ende einen grossen Vorteil: Berufserfahrung. Besonders Abgänger ohne Berufserfahrung, also solche die bspw. über ein Gymnasium an die Uni/Hochschule gekommen sind, haben es nach dem Abschluss deswegen nicht allzu leicht und müssen oft den Weg über ein Praktikum wählen. Diese sind befristet, und unter Umständen muss man nachher wieder auf Jobsuche gehen.

Auslandserfahrung
In der Berufswelt spielt die Auslandserfahrung, infolge der globalisierten Wirtschaft, eine zentrale Rolle. Ein Semester an einer Partneruniversität im Ausland zeigt, dass man sich mit fremden Kulturen und Sprachen auseinandersetzen kann. War dies nicht möglich, so kann man nach dem Studium immer noch einen Sprachaufenthalt anhängen und die Sprachfertigkeiten verbessern. Dort besteht auch wieder die Möglichkeit, sich international zu vernetzen.

Was will ich eigentlich?
Diese Frage bildet die Basis für den Berufseinstieg. Konzern vs. KMU oder Start-Up. Profit vs. Non-Profit-Bereich. Fachkarriere vs. Führungskarriere. Spezialistentum vs. Generalistentum. Viele Wege führen nach Rom. Wichtig ist, dass man sich im Klaren ist, welche Werte einem wichtig sind.

Präsentiere dich
Einer der wichtigsten Grundsätze der Bewerbungsmappe ist: Der erste Eindruck zählt! Der optimale Aufbau kann in Karriereportalen im Internet nachgeschlagen werden. Bei amerikanischem und deutschem CV gibt es Unterschiede, also achte darauf. An Jobbörsen resp. –messen gibt es oft die Möglichkeit, seinen CV durch Experten reviewen zu lassen. Diese Gelegenheit sollte unbedingt genutzt werden. Bringe weiter eine persönliche Note mit hinein. Und erstelle keine Massenware – gehe individuell auf die Firmen resp. Stellenprofile ein und nenne relevante Projekte oder Stärken, welche die Anforderungen der Firma an den Bewerber untermauern. Der CV muss unbedingt so aufgebaut werden, dass er die HR-Manager neugierig auf dich macht und sie mehr über dich erfahren wollen. Bei Interesse an einem Kandidaten durchforsten HR-Manager das Web oft nach weiteren Informationen. Achte also darauf, was du überall auf Facebook und Co postest. Das Internet vergisst nie! Auch wenn das Google neuerdings einen glaubhaft macht. Das kann aber auch eine Chance sein. Zeige dich, werde aktiv in Job-Plattformen wie XING und LinkedIn. Werde gefunden!

Stellensuche – fahre mehrgleisig
Beschränke dich nicht auf eine Strategie. Die aktive Suche nach Stellenanzeigen ist eine Möglichkeit. Ein weiterer Ansatz ist die Inanspruchnahme von Personalvermittlern, die einen mit interessanten Stelleninseraten versorgen und einem dabei helfen können, den ersten Kontakt herzustellen. Wenn keine Berufserfahrung vorhanden ist: Nutze Praktika! Stichwort Social Media: Melde dich bei LinkedIn und XING an. Werde gefunden im Netz!
Bei der Stellenanzeige: Schau, dass du dich in der Stelle wiederfindest. Wenn es nicht das ist, wonach du suchst, dann schau weiter. Nebst dem Gehalt und Entwicklungsmöglichkeiten ist es auch wichtig, dass der Job Spass macht. Oder willst du bald schon wieder auf Stellensuche gehen?

Vorstellungsgespräch – Vorbereitung
Sobald eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch vorliegt, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Das heisst, man muss sich so gut wie möglich über das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle informieren. Damit zeigst du dem Gegenüber dein Interesse an der Firma und der Stelle. Wichtig ist weiter, sich kritisch mit sich selbst auseinanderzusetzen. Was sind meine Stärken und Schwächen? Was will ich eigentlich? Was bringe ich in Bezug auf die neue Stelle mit? Hierfür gibt es auf diversen Karriere-Webseiten Fragen, deren Durchsicht sicher nicht schadet. Diese Vorkenntnisse bilden das Fundament für einen sicheren Auftritt. Weiter kannst du im ersten Gespräch auch diverse Fragen ans Unternehmen stellen, z.B. „Welche Ziele hat die Firma in den nächsten Jahren?“, „Inwiefern hilft mein Eintritt dabei?“, „Wie fördert die Firma die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden?“. Mit diesen Fragen zeigst du wieder das Interesse am Unternehmen.

Vorstellungsgespräch – DAS GESPRÄCH
Achtung: Das Gespräch beginnt nicht erst mit dem eigentlichen Gespräch, sondern fängt dann an, wenn die Firma betreten wird. Mit dem ersten Kontakt wird sich der Personalchef bereits ein Bild über den neuen Kandidaten machen. Deshalb ist es wichtig, freundlich zu sein, bei der Begrüssung in die Augen zu schauen und einen festen Händedruck zu haben (Knigge!). Wichtig: Sei dich selbst! Wenn du dich verstellst, kommt das früher oder später so oder so ans Tageslicht. Während dem Gespräch sollte präzise auf die Fragen geantwortet werden. Das Gespräch sollte die Form eines Austausches haben (kein Monolog!). Um das eigene Interesse zu zeigen, sollten vorgängig überlegte Fragen gestellt werden. Heutzutage ist es ja oft so, dass es nach einem Erstgespräch noch ein zweites, detaillierteres Interview folgt. Dabei gilt natürlich dasselbe.

Vorstellungsgespräch – Nachbereitung
Nach dem Gespräch ist wichtig, dieses zu rekapitulieren. Sei ehrlich mit dir selbst. Ist es immer noch das Richtige? Entspricht der Job nicht den eigenen Erwartungen, darf auch aus Bewerbersicht abgesagt werden.

Absage nach Vorstellungsgespräch – was nun?
Bei einer Absage einer Unternehmung ist wichtig, die Gründe dafür zu notieren und selbstkritisch zu reflektieren. Liegt es an deinem Auftritt oder am fehlenden Fachwissen? Telefoniere mit der Firma und finde mehr heraus. Und vor allem: Steck den Kopf nicht in den Sand.

Meinen wichtigsten Grundsatz möchte ich als Closing dieses Beitrags nochmals mit einem Zitat von Oscar Wilde untermauern: „Be yourself, everyone else is already taken.“

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