FIFA MAFIA

FIFA MAFIA

Seit der WM-Doppelvergabe von 2018 an Russland und 2022 an Katar und der immer grösser werdenden Menge an Schiedsrichter-Fehlentscheiden, die den Ausgang ganzer Spiele beeinflussen, habe ich mich wiederholt gefragt, ob auf den grossen Bühnen des Weltfussballs alles mit rechten Dingen zugeht. Manchmal erinnert das Ganze an die WWE (World Wrestling Entertainment), wo die Wrestling-Matches vorgängig besprochen werden und der Sieger im Vorhinein feststeht. Dort geht alles um die Show. Die Storyline muss gewahrt werden. Unterhaltung eben.

Da die WM-Vergabe an den Wüstenemirat Katar massiv Kritik in den Medien verursacht hatte, greife ich dies wieder auf. Die Vergabe der WM an Katar durch die FIFA (wohlgemerkt ein Verein, der auf dem gleichen Recht wie ein lokaler Tischtennisverein ist, aber Milliarden umsetzt und Ländern ihre Bedingungen aufzwingen kann) wird infolge Korruptionsskandal nochmals untersucht. Unklar ist, was passieren würde, wenn Katar die WM aberkannt würde und dann halbfertige Stadien herumstehen. Nach immensem Druck durch die Medien bezeichnete el Presidente Sepp Blatter die Vergabe als einen „Fehler“. Nun ja, wieviel die Funktionäre solchen technischen Fragestellungen bei der Abstimmung beimessen oder ob sie dem Ruf des Geldes folgen, werden wir nie erfahren. Bei der Fifa gilt auch die „Omertà“, die Schweigepflicht. Es müsste also jemand als Kronzeuge fungieren, damit der Laden aufgeräumt werden kann. Also weiter…

Jeder normaldenkende Mensch hätte die Vergabe an Katar niemals gutgeheissen, denn

  • bei Fussballspielen im Sommer bei 50 Grad bleibt der Spassfaktor auf der Strecke. Keine Mannschaft wird das Niveau über die ganze Zeit halten können.
  • die Hitze und Trockenheit der Wüste bringt für die Fussballer enorme gesundheitliche Risiken mit sich.
  • wie will der Fussballfan feiern, wenn er nicht mal ein Bier trinken darf? Alkohol ist in Katar nämlich verboten.
  • ist es ökonomisch und ökologisch sinnvoll, Stadien und ganze Dörfer zu klimatisieren?
  • eine WM im Winter wäre zwar durchführbar, aber was ist mit den Sponsorenverträgen und den einzelnen Ligen, die den ganzen Spielbetrieb umstellen müssten?

Nun ja, ich habe mir Thomas Kistner’s Buch „FIFA MAFIA“ zu Gemüte geführt. Das zweite Wort im Buchtitel verweist auf die skrupellosen Geschäftspraktiken der FIFA, die sich von der Mafia nur dadurch unterscheidet, dass dort „kaltstellen“ töten bedeutet. Wer sich für folgende, nicht-abschliessende Themen interessiert, dem rate ich, das Buch zu lesen:

  • skandalöse WM-Vergaben
  • Korruption / Geldwäsche
  • sich gegenseitiges Zuhalten von Aufträgen
  • unerklärliche, sich auf merkwürdige Weise wiederholende Zufälle
  • plötzliches verschwinden von wichtigen Aufzeichnungen
  • Ethikkommission – die je nach betroffenem Zirkel entweder hin- oder wegschaut

Ich muss gestehen, dass oben erwähntes Buch mein Vertrauen ziemlich erschüttert hat. Das Buch zeigt: Wer Geld hat, verfügt über Macht. Alles andere sind nur Marionetten. Ob alles wahr ist oder nicht? Bezeichnenderweise steht der Autor des Werkes infolge seiner Recherchen auf dem Index der FIFA, also muss doch was Wahres dran sein. Was also versucht der Weltfussballverband zu vertuschen? Was hat Sepp Blatter zu verbergen?